Der im französischen Bergerac geborene Maler Paul Béanti analysiert in seiner Kunst die Dualität des Lebens. Er beobachtet die Menschen durch die Brille seiner persönlichen Erfahrungen und versteht seine Gemälde als Augenzeugen.

Béanti selbst ist ein Wandler. Etwa sieben Jahre verbringt er an einem Ort, bis es ihn wieder in die Ferne zieht. Sein Weg führte ihn bereits von Frankreich in die Antarktis, wo er das Fotografieren lernte; nach London, wo er Anfang der 2000er als gefragter Künstler das High Life kostete, nach Kairo, wo er als Fremder die Turbulenzen des Arabischen Frühlings hautnah miterlebte; nach Gent, wo er mit leeren Händen den persönlichen und künstlerischen Neuanfang wagte. Seit drei Jahren lebt und arbeitet Béanti in Berlin, dessen konfliktreiche Geschichte und Symbolkraft ihn aufs Neue inspiriert.

Béantis Bilder erforschen oft die Diskrepanz, welche zwischen dem Inneren des Menschen und seiner Präsentation nach Außen, der gesellschaftlichen Maske, die man für andere aufsetzt, besteht. Die Furcht und die Verletzbarkeit, die dabei offengelegt werden, macht Béanti sich als Werkzeuge seiner Kunst zunutze. Seine eigenen Erfahrungen werden in seinen Motiven zu abstrakten Realitäten, ausgedrückt durch expressive Oberflächentexturen und grafisch anmutende Farbfelder. Der Horizont, die Perspektiven und Symbole sind wichtige Elemente  – so wie in seiner dreiteiligen Arbeit "Triptychon des Stuhls oder die Dynamik der Leere".

 

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